Das Kirchenfest in der Stadt Bern wird mit den Glocken der Stadtberner Kirchen eingeläutet

Allerdings wird dies nicht wie gewohnt klingen: dieses Geläut nimmt die Suche der Kirchen nach ihrem Weg in die Zukunft auf.

Punkt 19.45 werden sie einsetzen, die Glocken der Stadtberner Kirchen. Alle zusammen. Ganz ähnlich, wie dies etwa an den Samstagabenden gehört werden kann beim Sonntageinläuten.Dies markiert den ersten Teil dieses Geläuts, der unter dem Titel „Hüt“ steht. Für einmal wird dieses Geläut nicht nach der Grösse der einzelnen Glocken aufgebaut, sondern nach ihrer spirituellen Bedeutung. Am Schluss dieses Teils wird das heutige „Klangchaos“ zu hören sein: nicht alle Stadtberner Geläute passen zu den Klängen ihrer Nachbarkirchen.

Der zweite Teil dieses Geläuts steht unter dem Titel „Suechi“ und symbolisiert den Weg, auf dem sich alle Kirchen befinden. Welche Gottesdienstformen bewähren sich wo, welche müssen überdacht werden? Welche andern Angebote sind auch in Zukunft noch wichtig und gefragt? Zu hören sind unterschiedliche Akkorde in Form fortlaufend ineinander überfliessender Klangbilder, meist in sich stimmig, manchmal sich reibend.

Im dritten Teil, dem „Gsamtklang“ wird, wer über die Stadt hört, langsam einen farbigen, spannenden Gesamtklang hören. Manchmal wohlklingend, manchmal weniger: Kirche muss nicht immer gefallen, sondern soll zum Nachdenken, zum Suchen anregen.

Um 20 Uhr verstummen die Glocken: die Fortsetzung finden Sie am Kirchenfest, das bis am Sonntag dauert und mit einem gesamtstädtischen Gottesdienst im Münster mit anschliessendem Bruch in Form eines „Teilets“ auf dem Münsterplatz endet. Geläutet wird dieses Glockenkonzert von den Sigristen nach einer Partitur und einer genauen Uhr. Und der Wind wird mitspielen: zum Voraus kaum zu sagen, von aus dieses Geläute am besten gehört werden kann; der Heilige Geist weht, wo er will.